ÜBUNGEN

„Fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeiffen lassen.“

-  dies ist eine meiner Lieblingsübungen!

 

Nicht krampfhaftes Bemühen, sondern Entspannung zählt! – das mal grundsätzlich vorweg. Zuviel Bemühen verkrampft, und man verliert den Kontakt zum Moment.

Dennoch ist es eine Gratwanderung, das passende Maß an Anstrengung trotzdem zu finden, – denn vieles geht auch wieder nicht von selbst. Maßgeblich ist eine gute Intuition dazu was „dran“ ist, und weniger das was man „will“ oder meint zu müssen.

 

I.
Hier & Jetzt

Eine der wichtigsten Grundübungen: immer wieder zurück in den Moment.

Für diese Übung gibt es sehr unterschiedliche Meditationsformen und Umsetzungsmöglichkeiten. Die Qualität des Augenblicks führt! Das möchte Meditation u.a. erreichen: die umfassende Bewusstheit des Augenblicks erfahren, und sich ihr anvertrauen. Wer diese Übung regelmäßig praktiziert, erfährt eine Transformation, die er mit keiner anderen Anstrengung erreichen kann. Der Geist kommt von selbst zur Ruhe, und findet sein passendes Maß.

 

 

 

Achtsamkeit

Die Achtsamkeit steht im Zusammenhang mit der Übung „Hier & Jetzt“. Hier und jetzt sein = achtsam sein. Achtsamkeitsübungen können auf alles mögliche gerichtet sein: auf den eigenen Körper und seine Bedürfnisse, auf die Natur – und ihre Bedürfnisse (der eigene Körper gehört zur Natur!), auf einen anderen Menschen, auf das was geschieht, auf die eigenen Gedanken und Gefühle. Achtsamkeitsübungen helfen „wach“ zu sein und sind Grundlage für andere aufbauende Übungen, zB die folgenden:

 

 

II.
Positivität

Auch wenn es fast absurd ist: Positivität muss man üben, – und zwar immer wieder. Das Negative „zieht“ alles zu sich, wenn man nicht aufpasst. Aber mit zunehmender Übung wird sie zur „Gewohnheit“, und löst die Negativität ab.

 

 

Positives Denken, Fühlen, Sprechen .. sind Unterkategorien, – sowie alle folgenden Übungen. Manchmal braucht es hier auch ein bisschen Selbstdisziplin:

 

 

Annehmen

„Es gibt nichts Entspannenderes als das anzunehmen was gerade ist“
(Dalai Lama)

 

Mut

Gott gebe mir die Gelassenheit anzunehmen, was ich nicht ändern kann
Den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

Wer kennt diesen Spruch nicht? Die Unterscheidung kommt aus dem Moment. Die Seele / das Herz weiß eigentlich, wann es etwas zu tun / anzupacken gilt, und wann nicht. Der Verstand weiß es oftmals nicht. Das Annehmen geht dem Tun immer voraus! Zuerst muss eine Situation angenommen werden wie sie ist. Erst dann kann man spüren, was die Lektion ist: Gelassenheit zu üben oder Mut zu sammeln für einen Sprung.

 

 

 

 

Dankbarkeit

Dankbar zu sein für die kleinen Dinge, für den Sonnenschein, oder den Regen, für ein gutes Essen, oder für das Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt ..  – das ist ein direkter Weg zu Gott und zur Positivität. Man kann es sich angewöhnen dankbar zu sein, Gelegenheiten gibt es jeden Tag so viele. Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass in jemandem, der sich absichtlich um ein Lächeln bemüht, die Sonne aufgeht.

 

 

 

 

Selbstliebe & Selbstachtung

Ich führe Selbstliebe und Selbstachtung zuerst an, weil sich in der Praxis schon oft gezeigt hat, dass gesunde Selbstachtung zT mit Egoismus verwechselt wird, – mit katastrophalen !! Folgen. Ohne Selbstliebe und eine gesunde Beziehung zu sich selbst sind Beziehungen zu anderen nicht möglich, und auch dem Mitgefühl ist jeder Weg versperrt. Ich habe es häufig erlebt, dass Menschen sich oder anderen die Selbstliebe nicht zugestehen, weil sie diese für egoistisch halten, – eine Katastrophe, vor allem auch in der Kindererziehung. Hier nimmt viel Unheil seinen Anfang. Selbstsucht und Egoismus sind etwas anderes als Eigenliebe. Wer sich selbst liebt, achtet sich selbst und seine Bedürfnisse, übernimmt aber auch die Verantwortung für sich und sein Leben. Wer selbstsüchtig (ego-istisch) ist, sieht sich viel im Mittelpunkt, bindet andere häufig mit ein in die eigenen Belange, auch da wo dies gar nicht nötig ist, oder kümmert sich um die Belange der anderen, ohne darum gebeten zu werden, – spürt die anderen dabei aber jeweils kaum. Er steckt dann in seinem Ego fest – und das Ego hat Angst. Deshalb macht es „zu“ – und kann nicht über sich selbst hinaus! Wie ich in Liebe und Angst genauer beschrieben habe: Stimmen der Angst wirken trennend, nicht verbindend. Wer sich hingegen selbst liebt, und gelernt hat Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen, ist herzoffen und innerlich „frei“.
Ein Akt der Selbstliebe ist es auch, sich Fehler und Schwächen zuzugestehen
: „nobody is perfect.“ Wir sind nun einmal hier, um zu lernen und zu wachsen. Und dazu zählt auch, dass man Fehler macht, Angst hat und sich ab und zu mal im Ego verfängt.

 

 

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen vertraut auf auf sich selbst im innersten Kern. Im Innersten ist jeder Mensch gut – und ein Licht für die Welt. Möge jede/r das Selbstvertrauen haben oder finden, dass es leuchte! Möge jeder Mensch sein wahres Selbst leben, seine wahre Bestimmung.

 

 

 

 

Mitgefühl

Mitgefühl öffnet das Herz für den anderen. Wie wohltuend kann das sein! Wie wunderbar ist es, sich einmal im positiven Sinne selbst zu vergessen und sich für andere zu öffnen, zuzuhören, da zu sein. Das heißt nicht, dass man die Schwierigkeiten der anderen für sie lösen muss! Mitgefühl muss unterschieden werden von Mitleid. Jemand der Mitgefühl hat bleibt trotzdem in sich selbst verankert, und übernimmt nicht die „Trips“ oder das Leiden des anderen. Mitgefühl hat mit Annehmen des anderen zu tun, ihn ganz und gar in die Arme schließen, seine Freude und sein Leid. Die Dinge da sein zu lassen wie sie sind gibt ihnen Raum, ohne sie zu verstärken.

 

 

 

Nächstenliebe

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“

Nächstenliebe ist herzoffen. Nur wer ein offenes Herz hat kann andere herein lassen. Aber nur wo Liebe ist kann sie auch fließen, man kann und soll sie nicht erzwingen! Ich habe die Selbstliebe ganz bewusst oben zuerst angeführt, denn ohne diese funktioniert Nächstenliebe nicht. Jesus hatte diese Grundregel in die 10 Gebote aufgenommen: “Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst”. Andere wirklich lieben – das geht erst wenn man gelernt hat sich selbst zu lieben.

Nächstenliebe nimmt den anderen an, so wie er ist – sie ist wie eine Umarmung. Nächstenliebe will den anderen unterstützen, – wenn das Herz uns dies sagt. Nur dann! (Man muss nicht jeden und alles unterstützen) Unterstützung (“von unten stützen”) hilft dem anderen, selbst zu sein, bzw in schwierigen Zeiten oder praktischen Bereichen des Lebens auch ganz pragmatisch. Wer sich und andere liebt, ist ein reicher Mensch! Um es nochmals zu wiederholen: Liebe kommt von Herzen! (und nicht etwa aus dem Kopf)

 

 

Respekt

Respekt, Achtung, Achtsamkeit, diese drei sind miteinander verwandt.

Respekt vor dem anderen (Leben) – vor der Natur und ihren Geschöpfen, vor dem Mitmenschen, vor seinem freien Willen, sowie vor seinen Grenzen – ist ebenso wichtig wie Achtung und Respekt für sich selbst. Dies alles will miteinander in Einklang gebracht werden. Menschen, die als Kinder stark in den Mittelpunkt gestellt werden und/oder immer ihren Willen bekommen, beginnen ihren Entwicklungsweg oft selbstüberhöht. Ihre Seele wählt dies als Inkarnationsbedingung, weil sie diesen Aspekt von Liebe und Entwicklung noch meistern möchte. Und dazu gehört dann eben Respekt vor dem anderen und vor anderen Bedürfnissen, sowie Zurücknahme der eigenen Prioritäten. Gemeint ist nicht Selbstaufgabe, das ist nur das andere Blatt derselben Medaille, sondern einfach Respekt, Achtung und Mitgefühl. Dadurch entstehen von selbst und ohne eigenes Zutun notwendige Grenzen, die diesem Kind nie gesetzt wurden.
Umgekehrt „dürfen” Menschen, die viel Erniedrigung, Ablehnung, Zurückweisung etc. erleben mussten, lernen sich selbst als wertvoll und liebenswert anzunehmen. Jeder Mensch ist wertvoll – einfach weil er ist. Menschen, die auf ihrem Inkarnationsweg zuerst abgelehnt wurden, müssen zuerst ihre Eigenliebe wieder finden, und werden dann später auch Menschen in ihr Leben ziehen können, die ihnen diese spiegeln.
Von tieferer Ebene betrachtet, erlebt man durch andere immer genau das, was man (von sich) selbst glaubt, und gestaltet von dort aus sein Leben selbst. Menschen kommen nicht „zufällig” in das eigene Leben, – sie haben etwas mit dem eigenen Inneren zu tun.

 

 

 

Selbstdisziplin

Viele spirituelle Lehrer in den Ashrams Indiens, denen sich ihre Schüler vollständig anvertrauen, drücken ihren Schülern zunächst einfach einen Besen in die Hand. Selbstdisziplin hat mit Einfachheit zu tun! Nicht nur in den Gefühlen und Gedanken, sondern auch im praktischen Leben ist es die spirituelle Übung schlechthin: Einfachheit. Die einfachen Dinge des Lebens wollen und müssen auch gelernt und gelebt werden, – damit fängt es an. Wie katastrophal hingegen unsere gymnasiale Schulausbildung, die aus Kindern lebensunfähige Menschen macht: mir erzählte kürzlich ein Lehrer, dass viele Studenten heutzutage nicht einmal mehr in der Lage sind, Tomatensauce aus Tomaten herzustellen. Man sollte sie in einen Ashram schicken!

Selbstdisziplin bedeutet natürlich anderes mehr: Zügelung, Maßhaltung, also Zurücknahme wo dies angezeigt ist; aber auch solches wie Fleiß und „den Schweinehund überwinden“, wo wiederum solches angezeigt ist.

Es gibt schönere Übungen als diese! – das finde ich auch!

Die Überwindung der verschiedenen inneren Dämonen (Ur-Instinkte im Stammhirn) durch die Engels-qualitäten (aus dem präfrontalen Kortex) und alle dazu gehörenden Initiationsstufen im Leben erfordern viel Selbstdisziplin. Hierauf gehe ich in den Kursen genauer ein.

 

 

III.
Gottvertrauen

…  und so liegt zwischen der oben beschriebenen Übung und diesem Abschnitt fast eine Woche Schreibpause, – und jede Menge Selbstdisziplin  ..  So ist es eben manchmal: man will etwas, aber es geht nicht. In meinem Fall: das Schreiben ging einfach nicht weiter.

Selbstdisziplin – das ist auch tun was dran ist: Abwaschen, Gartenarbeit, Dinge erledigen, was auch immer. Sie verbindet auch den eigenen Willen mit den rund 70% der Fügung, die nicht vom eigenen Willen beeinflussbar ist (vgl. Fügung & Schicksal). Es geht seinen Gang, man kann Gott da vertrauen. Und wenn die Zeit reif ist für etwas, dann fließt auch die Energie entsprechend.

Alle folgenden Übungen verlangen Gottvertrauen: Geschehen – lassen, Loslassen, Nicht-Anhaften und nicht zuletzt auch die Demut.

 

Geschehen – lassen

ist ein Akt der Hingabe: geschehen zu lassen, was geschehen soll.

Hierfür muss man Kontolle abgeben – was uns oft besonders schwer fällt. Sie ist eine unserer “lieben Gewohnheiten”.
In den Kursen (siehe Aktuelles- Kurse) üben wir schrittweise, alte Kontroll-Instanzen abzulegen. Diese stammen meistens aus erlernten (Verhaltens-) Mustern, es gehört aber auch zum ganz “normalen” und vorgesehenen Lebenslauf, erst im erwachsenen Alter Eigenverantwortung und Fremdverantwortung neu zu sortieren. Und damit schaffen wir eine der Voraussetzungen für Hingabe.

Laß mich wie ein Baum sein
ganz natürlich
bereitwillig mich dem Strom der Dinge überlassend
So möchte ich leben
Blüten treiben dann, wenn es warm genug ist
Früchte tragen, wenn die Zeit reif ist
Meine Blätter fallen lassen in völligem Vertrauen
dass es wieder eine neue Blütezeit geben wird
Und mich trauen , kahl zu sein
um mich auf das Wachstum im Inneren zu konzentrieren.
(nach Anky Floris)

 

Loslassen

Loslassen kann sich auf vieles beziehen: auf den eigenen Willen, – ihn loszulassen. Oder auf Vorhaben und Absichten. Auch auf Wünsche, Hoffnungen (sie alle sind dem Willen ja mitunter verwandt), oder konkreteres: wie Menschen, Beziehungen, Dinge die einem lieb sind.

Manchmal geht es um kleine Dinge und es ist nicht so schwer. Manchmal verlangt diese Übung einem auch sehr viel ab. Wer den Film „Herr der Gezeiten“ noch nicht kennt: ich kann ihn empfehlen. Gut ist es, wenn man sich die höhere Weisheit hinter allem immer wieder klar macht. Trotzdem kann es mitunter sehr sehr weh tun ..

Herr, Dein Wille geschehe ..

 

 

 

 

Nicht-Anhaften

Nicht-Anhaften hat mit Loslassen zu tun. In erster Linie geht es hier darum, nicht an den Ergebnissen einer Handlung zu hängen. Man sagt oder tut etwas in der Gewissheit, dass es richtig ist, und lässt es dann los, d.h. man gibt es in Gottes Hand, oder an die höheren Geschicke ab.

Bärbel Mohr gab um die Jahrtausendwende mehrere kleine Büchlein zum Thema „Bestellungen beim Universum“ heraus. Sie hatte damit herum experimentiert, wie man seine Wünsche wahr machen kann, und heraus gefunden, dass es von immenser Wichtigkeit ist, die „Bestellungen ans Universum“ abzuschicken und dann davon loszulassen. Das stimmt. Und: man soll dem Universum überlassen, wie es einem einen Wunsch erfüllt. Das stimmt auch. Oft kommt es dann in ganz anderer Gestalt als man erwartet hat. Worauf sie hinweist, und das finde ich auch wichtig, dass man die Augen offen halten soll und nicht blind sein dafür, wie und wann einem der Himmel die Pakete liefert.

Wichtig erscheint mir nur, nochmals darauf hinzuweisen, dass man unmöglich alle Wünsche erfüllt bekommen kann. (Bärbel Mohr bewertet die Wünsche sehr hoch, sagt aber auch, man bekomme nur, was für einen „dran“ ist. Letztlich kann man vielleicht sagen, sie erforscht die Macht der Wünsche, und auch, wie man sie in Einklang bringen kann mit dem was „dran“ ist.)

Kein Mensch kann wohl jemals über sein Geschick bestimmen, weil er Teil eines großen Ganzen ist, für den er einen Beitrag leistet, ohne ihn voll-bewusst zu durchschauen (vgl. nochmals Fügung & Schicksal). Die Seele und das höhere Selbst stehen hiermit im Kontakt, jedoch nicht das eigene Bewusstsein, und schon gar nicht der eigene Wille. Mit seiner Inkarnation auf die Erde und mit der Entscheidung für diesen Entwicklungsweg unterliegt der Mensch einer gewissen Bewusstseinssperre.

 

 

Demut

Ich führe die Demut als letzte Übung an. Sie entspricht dem ersten der 10 Gebote, und ergibt sich aus allem vorhergehenden:

„Du sollst Gott Deinen Herrn lieben.“

Demut ist eine Haltung von Bescheidenheit. Indem ich Gott liebe, akzeptiere ich mein Schicksal (und das der anderen). Und Akzeptieren ist Bescheidenheit. Sie bezieht sich auf alles Leben und den ihm innewohnenden Geist. Sie bezieht sich auf Aspekte des Mitmenschlichen, auf den Respekt gegenüber dem Nächsten sowie gegenüber sich selbst und allen Geschöpfen der Erde, die wiederum selbst ein Geschöpf aus dem großen Einen ist. Demut und Bescheidenheit heißt annehmen (können) was gerade ist, annehmen (können), was auch geschieht, in dem Wissen, dass hier und jetzt immer genau das Richtige geschieht, weil jeder Beteiligte damit genau das bekommt, was er für sein Wachstum und seine Entwicklung braucht. Damit ist sie gleichzeitig die Liebe zu Gott – der alles ist und aus dem alles kommt. „Du sollst Gott Deinen Herrn lieben”, den großen Geist, der es besser weiß als „Du”.

 

Mögen Gras und Blumen unsere Lehrmeister sein,
Wind und Regen unsere Verbündeten,
Sonne und Mond unsere Erwecker!

 

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