LIEBE & ANGST

Liebe und Angst ist wohl das wichtigste Gegensatzpaar in den Spannungsfeldern der Polaritäten. A L L E S was existiert hat seinen Ursprung entweder in der Liebe oder in der Angst. Liebe und Angst sind zunächst Seins-Zustände. Etwas IST Liebe oder Angst. Und diese Seins-Zustände bestimmen dann im Wesentlichen auch unsere Gefühle. Alle Gefühle – wie Freude, Glücklichsein, Zuneigung; oder Wut, Ärger, Abneigung und Hass – sind letztlich entweder Ausdruck der Liebe oder der Angst.
Nun gibt es selten Reinformen des einen oder des anderen, sondern wir stehen eben im Spannungsfeld der beiden – und üben die Liebe, indem wir Angst überwinden lernen.
Dies ist ein großes Lernfeld – und macht Menschsein aus. Ähnlich wie mit dem Verstand können wir auch mit den Gefühlen einen anderen Umgang lernen. Er besteht darin, angstvolle Gefühle zu beobachten und nicht mehr immer auf sie einzusteigen. (vgl. Das Ego)
Ich bin nicht meine Angst, ich habe sie nur.  Aber ICH BIN die Liebe.

Schon Jesus hat dies unterrichtet und es ist wohl die wesentliche Aussage im neuen Testament: Gott ist die Liebe.

Liebe ist letztlich ein Zustand von vollkommener Entspanntheit und Vertrauen mit allem was ist. Sie umschließt auch die Angst. Und aus diesem Zustand entspringen Qualitäten wie Gelassenheit, Vertrauen, Frieden, Güte, Wohlwollen, Positivität ..

 

 

 

Angst

ist grundsätzlich eine Streßreaktion. Zuerst in Kürze einige Details aus der Biologie: Streßbewältigung hat sich im Laufe der Evolution entwickelt genau wie der Mensch, und sich immer auch den veränderten Bedingungen angepasst. Die ursprünglichste Reaktion ist die Kampf-Flucht-Reaktion: die prähistorischen Hirn-Regionen reagieren auf direkte Bedrohung mit Kampf oder Flucht und lösen auch entsprechende Reaktionen im Körper aus. Das hat(te) eine (gute) biologische Schutz-Funktion. Später lernte der Mensch den Verstand zu gebrauchen, um Lösungen zu entwickeln. Hier wird ein anderer Gehirnbereich aktiv, der Neokortex. Wirtschaft und Versicherungswesen zB sprechen bewusst bestimmte Ängste im Menschen an und bieten gleichzeitig Lösungen … letztlich ernährt dies alles aber nur die Ängste, und hält uns in einer bestimmten Wirklichkeit fest. Die neueste – der Gegenwart angepasste – Umgangsform mit Angst ist, sich nicht mehr mit ihr zu identifizieren, und ihr damit die Macht über uns zu nehmen. Hierzu aktivieren wir den vorderen (präfrontalen) Gehirnbereich. Meditation kann gut dabei helfen. Diese “Technik” beginnen wir gerade zu erlernen und sind noch ganz am Anfang. Genaueres über diese Zusammenhänge behandele ich dann in den Kursen und Info-Abenden.

 

Unglücklicherweise erschaffen wir unsere Realität  noch immer sehr stark aus den Angst-Mustern heraus. Verstand oder Emotionen sind selten präsent in der Gegenwart, sondern beziehen sich ständig auf Vergangenes (etwa vergangene Verletzungen, die im Kopf immer wieder durchgespult werden), was dann auf die Zukunft projiziert wird. Wir sind nicht im “Jetzt”, sondern in der Vergangenheit oder in der befürchteten oder erhofften Zukunft. Damit fallen wir aus der Realität. Wir sehen überall Bedrohungen wo gar keine sind – und reagieren auf diese Phantome. Oder wir verlieren uns in falschen Hoffnungen und Wünschen. Und das erzeugt dann Leiden.

 

Angst ist also ein innerer Streß-Zustand von Angespanntheit und Engigkeit, aus dem dann Qualitäten wie Kontrolle, Misstrauen, Furcht etc.  entspringen.

Buddha benennt im Zusammenhang mit Angst auch die „Unwissenheit“, d.h. eine fehlende Einsicht in die höheren Ordnungen und Gesetze, denen alles unterliegt und folgt. Aus dieser Unwissenheit heraus, d.h. aus einer begrenzten Sicht der Dinge, denkt, fühlt und handelt der Mensch in gewisser Weise „begrenzt“.

Alles Denken, Fühlen und Handeln aus Motiven der Angst zieht Komplikationen nach sich, was wiederum die Angst verstärkt. So gerät man dann in eine „Negativspirale“.

Angst wirkt trennend, sie trennt von der Ganzheit, zieht zusammen und hält gefangen in begrenztem Denken und Fühlen. Da wir Schöpfer unserer Realität sind, erschaffen wir uns – wenn wir allzu ängstlich sind – eine enge, begrenzte Welt, die wenig Licht und Freude zulassen kann.

 

Liebe

wirkt verbindend, öffnet und weitet aus. Sie will zurück führen zur Ganzheit von allem was ist, aus ihr kommt das “Ja” zum Leben.
Sie ist die Kraft, die alles umschließt, die Negativität und Positivität mit einschließt. Alles darf in ihr sein, auch die Angst. Nichts ist in dem Sinne „schlecht“.

Sie ist gleichzeitig aber auch ein Gegenpol der Angst und kann Angst auflösen, lockern und aufweichen; – da wo es angebracht und sein darf. Je mehr wir – Schöpfer die wir sind – das Licht in uns mehren, umso mehr Liebe (und Gesundheit) wird auch in unserem äußeren Leben sein, wir ziehen das Lichtvolle dann in unser Leben.

Liebe besänftigt, ermutigt, gibt Kraft und Vertrauen. Mitunter bringt sie auch die Lektionen und Lernaufgaben für unseren Weg. Und oft fordert sie heraus, Altes zu überwinden und neu zu werden.

Gott ist die Liebe .. Und „Gott“ will seine Kinder letztlich zu sich zurück bringen. Daher auch: Der Herr ist mein Hirte .. Die Liebe/Gott führt uns, sie ist die Meisterin ..

 

 

 

Seelenwege

Bevor wir uns mögliche Wege zum Licht anschauen, erscheint mir folgendes besonders wichtig: Die Seele sucht sich vor ihrer Inkarnation (unter anderem) ein bestimmtes Angst-Muster aus, weil sie sich mit diesen Angst-Aspekten für diese eine Inkarnation auseinandersetzen will. Dies können sein: Angst vor Wertlosigkeit, vor Verletztwerden, vor Mangel, vor Versäumnis, u.a.m. Diese Angstmuster erzeugen in der Angst-Bewältigung Verhaltensweisen, die meistens überhaupt nicht als Angst-Bewältigungs-Muster erkannt werden. So wird beispielsweise jemand mit Angst vor Wertlosigkeit besonders hilfsbereit sein, jemand mit Angst vor Versäumnis “ständig auf Achse” und vielleicht abenteuerlustig sein, jemand mit Angst vor Unzulänglichkeit besonders fleißig, aber auch konfliktscheu und “lieb”, u.s.w. Die Angst-Bewältigungsmuster werden sogar oft zu falschen Tugenden, d.h. nicht als angst-motiviert erkannt, und das hilft den Betreffenden dann nicht im geringsten weiter, im Gegenteil.
Allerdings geht es auch nicht darum, diese Seelen-Ängste völlig “loszuwerden”, denn das ist nicht möglich und auch nicht gewollt. Man kann aber mit entsprechenden Übungen und Bewusstseinsarbeit das Streßniveau senken. Genauer gehe ich auf diese Dinge dann in der Praxis ein, das sprengt hier den Rahmen.

 

Die Liebe als Herzenskraft:

Liebe – von Mensch zu Mensch, zur Natur, zu Tieren, zu seinem eigenen Schaffen, zu sich selbst, zu was auch immer – kommt von Herzen. Und das Herz hat eine direkte Verbindung zur göttlichen Einheit. Das Herz ist weise und kennt die Wahrheit besser als der Verstand. Und so ist der Weg des Herzens ein möglicher Seelenweg.

Sich auf sein Herz zu besinnen, auf das Herz zu hören und darauf zu vertrauen, sich in sein Herz zu entspannen und den Verstand außen zu lassen, das sind Übungen auf diesem Weg.

 

Die Liebe als erweitertes Bewusstsein:

Liebe – als Erkenntnis, als Inspiration, als Intuition aus der eigenen Seele, oder als ein Wissen von „irgendwoher“, das gegeben wird, das einem zuteil wird, oder an das man auch lernen kann sich „anzudocken“, für das man sich also öffnen kann – kommt in der Regel über die beiden oberen Chakren / Energiezentren. Dies ist ein anderer möglicher Seelenweg.

Genau wie auf dem Weg des Herzens gilt es auch hier zu üben, die Stimmen des ängstlichen Verstandes an den Rand zu stellen oder gezielt zu überhören. Intuition und Inspiration sind immer leiser, sie machen dem Verstand Angst, aber lösen auch so etwas wie Entzücken aus. Es kann sehr berührend sein zu erfahren, dass es eine Seele gibt, die einen weise lenkt, oder gar andere Energiequellen außerhalb seiner selbst, auf die man sich berufen und vertrauen kann.

Stimmen aus der eigenen Seele oder aus Inspirationen haben genau wie das Herz direkte Verbindung zur göttlichen Einheit, – und weisen mögliche Wege ins Licht.

 

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